Dieter Hecking: Totengräber des Offensivfußballs
Fans von Hannover 96 haben es schwer in diesen Tagen. Auswärts gelang den Roten bislang nur ein überaus glücklicher Punkt in Dortmund, in der heimischen AWD-Arena schwankt das Team regelmäßig zwischen Genie und Wahnsinn. Siege gegen Titelaspirant Hamburger SV (3:0) und den großen FC Bayern (1:0) auf der einen, Niederlagen gegen Aufsteiger Hoffenheim (2:5) und unnötige Unentschieden gegen Cottbus (1:1) und Bochum (1:1) auf der anderen Seite.
Nach den enttäuschenden 1:1 Unentschieden gegen den VfL Bochum am vergangenen Freitag, entlud sich in der AWD-Arena zu Hannover erstmals lautstark Unmut über das System Hecking. “4-4-2, 4-4-2…” skandierten die Fans und reagierten damit auf die Einwechslung Mike Hankes für Mikael Forssell. Die Fans hätten genauso gut “Hecking raus” rufen können, strapaziert doch gerade das bislang wenig erfolgreiche Hecking-System mit einer Spitze derzeit die Nerven der Fans über alle Maßen. Und selbst “Hecking raus” Rufe waren schon vereinzelt zu hören.
Die alles entscheidene Frage lautet: Wen soll Hannover 96 denn überhaupt noch schlagen, wenn nicht den VfL Bochum? Die Punkte gegen Hamburg und Bayern waren sicherlich nicht einkalkuliert. Die Punkte gegen Bochum und Hoffenheim schon. Man stelle sich vor, wo sich Hannover 96 wiederfinden würde, wenn die Punkte gegen Hamburg und Bayern auch noch fehlen würden. Richtig, ganz ganz unten.
Hannover 96 hat leider Erfahrung mit Trainern, die dem Defensivfußball huldigen. So zum Beispiel Ewald Lienen, der Hannover den Mauer-Fußball näher brachte. Unterschied zu Dieter Hecking? Ganz einfach: Damals gab die Mannschaft es auch her, defensiv zu stehen. Des Weiteren hat er auf junge, unbekannte Spieler gesetzt. Ein Per Mertesacker würde heute wahrscheinlich in Pattensen spielen, wäre er nicht von Ewald Lienen entdeckt und gefördert worden. All das macht Dieter Hecking aber nicht. Den hannoverschen Fans vergeht zumeist schon dann die Lust, wenn die Mannschaftsaufstellung vom Stadionsprecher bekannt gegeben wird. “Eine Spitze, wie immer…” raunt es durch die Arena. Wen wundert es da noch, dass an einem Freitagabend nur 30.000 Zuschauer den Weg ins Stadion gefunden haben.
Auf dem Heimweg sagte ein guter Kumpel zu mir, Dieter Hecking sei der Totengräber des Offensivfußballs. Damit hat er sicherlich Recht. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Mannschaft bis zur Winterpause noch ausreichend punktet, um endlich einmal ein Polster zur Abstiegszone aufzubauen. Gelingt dies nicht, wird es eine ganz ganz frostige Winterpause für Dieter Hecking und seine Mannen.
5 comments
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Naja, ganz so auf einen Trainer fixieren würde ich es nicht. Bevor Ihr uns damals den Trainer weggeholt habt
hat er hier schönen Offensivfussball zelebriert. Seitdem gibt es den bei uns in der Art leider nicht mehr.
Offensiv geht hier zur zeit gar nix. Defensiv ein hühnerhaufen, im mittelfeld ein fehlpassfestival und in der offensive, wenn der ball überhaupt mal dahinkommt, total hilflos, planlos, und überfordert. Wenn bis zur winterpause die pflichtsiege gegen Bielefeld und Frankfurt nicht eingefahren werden, stent an januar ein neuer trainer aufm platz!
Hannover wird oder muß handeln!!!
eine Zumutung ist das, was Hecking und sein Team uns in diesen Tagen zeigen…
Gestern das 0:4 gegen den Tabellennachbarn Frankfurt, was soll dann nächste Woche gegen Karlsruhe werden?! Den angestrebten UEFA-Cupplatz, kann man vergessen… Wenn wir Glück haben erreicht 96 gerade so den 15. Platz…
Damit es wieder vorwärts geht muss etwas passieren – die beste Lösung wäre, wenn Hecking geht… Und dann weg von diesem katastrophalen Defensivfußball, der sowieso nicht funktioniert…
Naja,96 spielte in der 2. Haelfte 442,das wollten oder konnten die Zuschauer wohl nicht wahrnehmen.Zudem hatte Hannover noch Glueck,angesichts eines deutlichen Chancendefizits nicht als Verlierer vom Platz zu gehen.So ein tolles Spitzenteam ist 96 nun auch nicht,als dass man einen Sieg gegen Bochum einplanen kann.Klarer Fall von Selbstueberschaetzung.